Pink
Funhouse
2008, Megaphon
Review
28/10/08Dreißig Jahre ist es her, dass Marvin Gaye 1978 in seinem „Here, my Dear“ die Trennung von seiner Frau Anna verarbeitete. Entgegen seiner Motivation ein „faules und schlechtes“ das Album abzuliefern (Gayes Noch- Ehefrau sollte an den Verkaufseinnahmen beteiligt werden), wurde die Platte ein Riesenerfolg.
Damals war Alecia Beth Moore, alias Pink noch nicht mal geboren, geschweige denn verheiratet oder geschieden. Letzteres ist sie auch jetzt noch nicht, doch hat sie mit „Funhouse“ jetzt ihr ganz persönliches Trennungsalbum abgeliefert. „Zwei beste Freunde haben diese Entscheidung getroffen, mit einer enormen Menge an Liebe und gegenseitigem Respekt. Ihre Ehe mag am Ende sein, ihre Freundschaft ist stärker denn je" so die offizielle Presseerklärung, nach der Ehe-Aus mit Motocrossfahrer Carey Hart.
"I guess I just lost my husband, I don't know where he went, So I'm gonna drink my money, I'm not gonna pay his rent“ - schallt wenig später der erste von insgesamt 13 vertonten Freundschaftsbeweisen aus den Lautsprechern. „So what“ heißt die erste Singleauskopplung und die taugt zweifelsohne zur Stadionhymne.
Wer sich schon mal getrennt hat, weiß um die einzelnen, mitunter schmerzhaften, Phasen. Phase Eins: Der Ruf der Freiheit! Die rockigen Tracks „So what“ und „Funhouse“ geben die Geschwindigkeit auf Pinks persönlicher „Route 66“ vor.
Boxenstop bei Phase 2: Innehalten und Wunden lecken! Die Hooks der Balladen „I don’t believe you“ und „Please don’t leave me“ stammen aus der Feder des erfolgreichen Songwriters Max Martin. Von denen hat sich Pink für ihr Album eine ganze Reihe geholt. Vielleicht ist mehrfach geteiltes Leid am Ende einfach (noch weniger) als halbes Leid. Zumal Pink nicht Pink wäre, würde sie nicht, je trauriger die Frage nach dem Warum („Mean“), mit einer unbändigeren („Bad Influence“) und trotzigeren („It’s all your fault“ ) Antwort aufwarten.
Was direkt zur Dritten Phase führt: Dem finalen Befreiungsschlag. Reflektiert („Sober“) geht’s auf zu neuen Ufern! Sicher, die Sängerin erfindet sich mit dem Album musikalisch nicht neu und die Lippenbekenntnisse zum Thema Trennung sind nicht allesamt neu. Doch sie verschwendet am Boxenstop eben nicht mehr Zeit als notwendig, um sich in mit Schuldzuweisungen und Reue zu beschäftigen. Somit reiht sich „Funhouse“ nicht nahtlos ein in die Reihe der „Trennungsalben“. Muss es auch nicht. Dreißig Jahre nach Marvin Gayes großem Album steht „Funhouse“ schlicht im Zeichen einer anderen Generation. Und die tanzt auf den Gräbern nachdem die Liebe beerdigt ist.











