Remember The Time...
Eurovision Song Contest
01/03/10
Spotlight
01/03/10 by bhl„Austria: 12 points.“ Das haben wir schon lange nicht mehr gehört. Unter anderem, weil Österreich seit 2007 nicht mehr am Eurovision Song Contest teilnimmt. Naja, war ja auch mehr oder weniger sinnlos in den letzten Jahren ...
Der Wettbewerb flimmerte 1956 zum ersten Mal über europäische Bildschirme. Damals hieß das ganze noch Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne. Österreich hat in der gesamten Geschichte des Grand Prix seit 1957 erst einmal gewonnen: Udo Jürgens erobert 1966 mit "Merci, Chérie" Platz eins. Und ihm ist auch der einzige vierte Platz im Jahr davor zu verdanken. Merci, Udo!
Unsere Nation glänzte in all den Jahren ohnehin nicht unbedingt mit tollen Erfolgen: Viermal Platz fünf und zweimal die Sechs waren da die besten Ergebnisse. Im Gegensatz dazu landete Österreich siebenmal auf dem letzten Platz.
Stefan Raab haben wir es übrigens zu verdanken, dass der Grand Prix auch eine Spaß-Seite bekommen hat. Er schickt 1998 Guildo Horn mit „Guildo hat euch lieb“ ins Rennen. 2000 tritt er selber mit „Wadde hadde dudde da“ an. Was die Deutschen können, das können wir auch und lassen 2003 den Kabarettisten Alf Poier mit "Weil der Mensch zählt" antreten. Der stumpfsinnige Song erreicht doch tatsächlich Platz sechs.
Mit Stefan Raab ist auch plötzlich „Public Viewing“ en vogue. Dazu ein „Prösterchen!“ mit dem Sektchen und schon geht das Geläster los. Wer hat da was im Gesicht machen lassen? Boah, die haben ja schreckliche Kostüme an ... ein bisschen wenig Pailletten - also nein! Aber mal ehrlich, keiner glaubt hier wirklich mehr daran, dass es hier ums Singen geht, oder?
Seit zwei Jahrzehnten machen auch die Gründerländer (Schweiz, Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Italien) keinen Stich mehr. Die Italiener sind sogar ganz ausgestiegen. Die ehemaligen Ostblockländer schaufeln sich gegenseitig die Punkte zu und der alte Westen guckt in die Eurovisions-Röhre. Auch ein Grund, warum Österreich nicht mehr am Grand Prix teilnimmt. Da scheint der Kalte Krieg im Nachhinein doch gar nicht so schlecht. Zumindest hat der Eiserne Vorhang die Deutschen vor Blamagen wie 2008 mit den No Angels bewahrt.
„Germany: 12 points". Vor zwei Jahren, als die No Angels Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten haben, da haben sie die volle Punktzahl aus Bulgarien bekommen. Wer sich erinnert, Lucy von den No Angels wurde dort geboren. Die Punkte gehören ihnen also noch nicht mal wirklich. Dazu kamen noch zwei Punkte aus der Schweiz. Das war’s. Platz 23 von 25 – immerhin kein Mittelmaß. Dabei haben die Mädels doch gar nicht viel falsch gemacht. Im Gegenteil, sie hatten alles drauf, was man am Eurovision Song Contest anscheinend so drauf haben muss: lange Beine, kurze Kleidchen, dünne Stimmchen und dazu jede Menge Pailletten ...
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